Mindestsicherung Tirol Adventskalender

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Mindestsicherung neu – Wohnen in Wohngemeinschaft wird zur Existenzbedrohung

Mittel zur Deckung des Lebensunterhaltes wurden um 45,9 % gekürzt

Junger Mann in einer Wohngemeinschaft im Bezirk Imst

 

Lebensunterhalt: € 475,01

Miete inkl. BK und HK für WG Zimmer: € 350,–

Haushaltsversicherung € 5,–

Strom € 19,–

Handy € 10,–

 

Mietpreisdeckelung Bezirk Imst: € 217,70

 

Seit 1.11.17 erhält der junge Mann nur noch € 475,01 für die Deckung des Lebensunterhalts, weil er in einer Wohngemeinschaft wohnt. Dort wird nicht gemeinsam gekocht, eingekauft  oder sonst etwas gemeinsam finanziert. Es wird lediglich die Wohnung geteilt. Dennoch erhält er € 158,34 monatlich weniger an Unterstützung (Mindestsatz für Alleinstehende: € 633,35).

Ihm bleiben somit nach Bezahlung des Mietanteils, der über der Mietpreisdeckelung von € 217,70 liegt, nur mehr € 342,71 monatlich zum Leben. Das sind pro Tag € 11,23 und somit um 45,9 % weniger als vorher – bei gleichen Fixkosten für Strom, Busticket, Kleidung, Nahrung, gesellschaftliche Teilhabe. Er weiß nicht, wie er das künftig schaffen soll!

Folgen des neuen Mindestsicherungsgesetzes

Beim Lebensunterhalt in Wohngemeinschaften werden nicht vorhandene Synergieeffekte unterstellt und führen zu einem verringerten Satz. Zusätzlich sind die Wohnkosten viel zu gering angesetzt und Menschen in Wohngemeinschaften können sich ihr Leben nicht mehr leisten. Der Betroffene plant, aus der WG auszuziehen und eine eigene Wohnung anzumieten. Die Behörde bestreitet aber das Vorliegen einer Notlage und stimmt einer neuen Anmietung nicht zu. Gleichzeitig ist klar, dass der junge Mann sich sein Leben so nicht mehr finanzieren wird können.

Besinnliche Adventszeit wünscht

 

der SPAK

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