Mindestsicherung Tirol Adventskalender

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Mindestsicherung neu – sichert Wohnungslosigkeit!

Einzug in eine Gemeindewohnung nicht möglich, da der Wohnkostenhöchstsatz viel zu nieder bemessen ist!

Junger Mann, 20 Jahre alt

Einkommen: Notstandshilfe € 371,– monatlich

Mietpreisdeckelung Innsbruck Land € 394,–

Wohnkosten Gemeindewohnung € 505,–

 

Herr P., 20 Jahre, erhält nach einem Unfall Notstandshilfe und wird über das BBRZ (Berufliches Bildungs- und Rehabilitationszentrum) betreut, um mit ihm eine neue berufliche Zukunft zu erarbeiten. Seinen bisherigen Lehrberuf kann er aufgrund der Unfallfolgen nicht mehr ausüben. Bisher hatte er eine Unterkunft bei der Arbeit. Diese hat er mit Verlust der Arbeit aufgeben müssen.

Nach Hause zu seiner Mutter kann er nicht, er war als Jugendlicher wegen massiver Gewalt in der Familie in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe. Er hätte die Möglichkeit, der Wohnungslosigkeit zu entgehen, da er eine Gemeindewohnung in einer Gemeinde im Bezirk Innsbruck Land beziehen könnte.

Leider erhält er die Auskunft, dass keine der verfügbaren Gemeindewohnungen mit den Miethöchstsätzen der Mindestsicherung bezahlbar ist.  Die günstigste derzeit verfügbare Wohnung in dieser Gemeinde kostet monatlich € 505,–. Herr P. müsste monatlich € 111,– von seinem Lebensunterhalt zur Miete dazuzahlen.

Er ist auf der Straße und nächtigt in der Winternotschlafstelle des Roten Kreuzes. An die Entwicklung einer neuen beruflichen Zukunft ist unter diesen Umständen nicht zu denken.

Folgen des neuen Mindestsicherungsgesetzes

Die viel zu gering bemessenen Höchstsätze für Wohnkosten verhindern, dass Gemeinden ihren Bürgern Gemeindewohnungen zur Verfügung stellen können. Die Gemeinde bzw. der Wohnbauträger hegt Bedenken, dass es den Menschen gelingen wird, die hohen Selbstbehalte zu bezahlen und möchte nicht, dass sich von Beginn an bereits Mietrückstände ergeben. Somit findet die Zuweisung nicht statt.

Besinnliche Adventszeit wünscht

 

der SPAK

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