Mindestsicherung Tirol Adventskalender

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Mindestsicherung neu = Weg zurück in die Gewalt!

Alleinerzieherin von zwei Kindern im Bezirk Innsbruck Land – Kürzung des Mietzuschusses um 26 %

Frau R. – arbeitssuchend, in Scheidung lebend – Lebensunterhalt € 633,35

Tochter, 5 Jahre, Lebensunterhalt € 209,–

Sohn, 4 Jahre, Lebensunterhalt  € 209,–

 

Ausgaben

Miete: € 800,– inkl. BK und HK

Strom, Internet, Haushaltsversicherung, Handy: ca. € 100,– pro Monat

Kinderbetreuung für die Tochter: € 150,– pro Monat

öffentlicher Verkehr:  € 49,– pro Monat

 

Mietpreisdeckelung Bezirk Innsbruck Land für drei Personen:  € 591,–

 

Seit der Mindestsicherung NEU muss die Familie € 209,– für die Miete aufzahlen, das entspricht einer Kürzung der Mindestsicherung um 26 %.

€ 209,–, die bei der Beschaffung von Lebensmitteln, Bekleidung, Hygieneartikel, Freizeit, Schulartikel, etc. fehlen!

Nach Abzug aller Ausgaben bleiben der Mutter mit ihren 2 Kindern monatlich € 543,35 zum Leben,  somit hat jedes Familienmitglied täglich € 5,93 zur Verfügung.

Die Rückzahlung alter Schulden von monatlich € 100,– macht die finanzielle Belastung für die Alleinerzieherin untragbar. Diese Zahlung wurde in der oben angeführten Tagsatzberechnung NICHT berücksichtigt.

Folgen des neuen Mindestsicherungsgesetzes

Der Mietvertrag wurde erst im Sommer abgeschlossen, eine günstigere Wohnung am freien Wohnungsmarkt zu finden ist derzeit nicht möglich.

Die Frau hat es nach einer langen, massiven Gewaltbeziehung geschafft, sich von ihrem Mann zu trennen und wünscht sich, mit ihren Kindern ein eigenständiges, gewaltfreies Leben zu führen. Tatsächlich führte die Trennung aber zu einer massiven finanziellen Notlage, die durch die Mindestsicherung NEU noch einmal verschärft wurde. Die Frau fühlt sich momentan mit ihrer finanziellen Situation derart überfordert, dass sie sich gedrängt fühlt, zu ihrem Mann zurückzugehen. Die Gewaltspirale nimmt ihren Lauf …

Besinnliche Adventszeit wünscht

 

der SPAK

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